Strauss-Festival 2021

Vom Walzer bis zum Rock’n’Roll
Künstlerische Gesamtleitung: Daniel Spaw

Spontan setzen die Bad Reichenhaller Philharmoniker die aktuellen Lockerungen für den Konzertbereich um: Das Theater darf wieder voll und ohne Abstände besetzt werden. Dadurch finden die Konzerte nur am Freitag, 10.09.21 um 19:30 Uhr und am Sonntag, 12.09.21 um 11:00 Uhr statt. Die Konzerte am Samstag, 11.09.21 um 19:30 Uhr und am Sonntag, 12.09.21 um 15:30 Uhr entfallen. Es gilt die 3 G-Regel, Einlass ab eine Stunde vor Konzertbeginn, um pünktliches Erscheinen und Bereithalten der offiziellen Bescheinigung wird gebeten. Inhaber von Karten für die ausfallenden Konzerte werden vom Orchesterbüro (tel. erreichbar unter 08651-762 8080) informiert.

Konzertgespräch mit Daniel Spaw und Martin A. Fuchsberger

Konzertübersicht

BRPHIL GOES POP

Das zweite Konzert des Festivals steht unter dem Motto „BRPhil goes Pop“. Erleben Sie die Musik der Beatles, ABBA oder…
Strauss-Festival

Im ersten Konzert der Bad Reichenhaller Philharmoniker beim „Strauss-Festival“ unter der Leitung von Chefdirigent Daniel Spaw geht es um Johann Strauss Sohn, um die Frage nach dem Vornamen des Gefeierten zu beantworten. Seit man die Komponisten der Wiener Strauss-Dynastie ebenso schreiben muss wie den mit ihnen nicht verwandten Richard Strauss, nämlich mit ss und nicht mit ß, sorgt dies ja mitunter für Verwirrung. Noch dazu treffen drei Meisterwerke des „Walzerkönigs“ auf Musik von Ernst Fischer. Nein, der bedeutende österreichische Schriftsteller und linke Politiker Ernst Fischer hat nicht auch noch komponiert. Es geht um seinen nicht minder bekannten musizierenden Namensvetter, der ungefähr zur selben Zeit wie der Mann der Worte lebte, von 1900 bis 1975. Dieser Ernst Fischer stammte aus Magdeburg und wirkte in der Hauptsache in Berlin. Mit Politik hatte er allen Recherchen nach nichts zu schaffen. Er widmete sich auch in dunklen Zeiten der gepflegten Form musikalischer Unterhaltung, wie sie von den Wiener „Sträussen“ im 19. Jahrhundert ganz entscheidend geprägt worden ist.

»Schon Robert Schumann hatte gemeint, er kenne keine ernste und unterhaltende, sondern nur gute und schlechte Musik.«

 

Schon Robert Schumann hatte gemeint, er kenne keine ernste und unterhaltende, sondern nur gute und schlechte Musik. Was letztere ist, darüber lässt sich trefflich streiten, die von Strauss und Fischer ist zweifellos gute. Nicht zu Unrecht vermerkte Johannes Brahms am ihm von seinem Freund Strauss geschenkten und gewidmeten Autographen des „Donauwalzers“ den Ausruf „Leider nicht von mir!“

Diesen Walzer hören wir diesmal nicht, dafür die geniale Ouvertüre zur Operette „Die Fledermaus“ und einen sozusagen an der Donau beheimateten Walzer Fischers, bei dessen Titel man schon Lust auf einen Besuch im Kurcafé bekommt: „Linzer Torte“. Fischer, der ein klassisch vollkommen ausgebildeter Komponist war, schlug sich im brodelnden Berlin der 20er- und 30er-Jahre als Stummfilmorganist, Arrangeur und Radiomusiker durch. Auch nach dem Krieg war er noch bestens im Geschäft, was die einfallsreichen Suiten „Phantasma“ (1957) und „Pro Musica“ (1953) beweisen. Fischer hatte einen eigenen Stil, eine gelungene Mischung aus melodischer Inspiration, feinnerviger Instrumentierung und der zündenden Verbindung alter und neuer Tänze.

»Johann Strauss ist zum „Klassiker“ geworden, Ernst Fischer hat sich einen Ehrenplatz in der Geschichte der gehobenen Unterhaltungsmusik verdient.«

 

Johann Strauss ist zum „Klassiker“ geworden, Ernst Fischer hat sich einen Ehrenplatz in der Geschichte der gehobenen Unterhaltungsmusik verdient. Da sich diese Musiksparte aufregend und in völlig neuen Spielweisen weiter entwickelt hat, gibt es im zweiten Konzert des Festivals unter der Leitung von Martin A. Fuchsberger das Motto „BRPhil goes Pop“. Pop ist ja nichts anderes als die zeitgemäße Variante des „Popularen“, das schon Leopold Mozart seinem Sohn so angelegentlich nicht zu vergessen empfohlen hat. Wie Weltschlager legendärer Gruppen wie The Beatles, ABBA und Queen oder mitreißende Nummern von Superstars der Rockmusik von einst und heute wie Elvis Presley und Lady Gaga im philharmonischen Format klingen, ist immer wieder spannend. Und wir können uns sicher sein – Johann Strauss hätte, wenn er das noch erlebt hätte, saftigen Rock’n Roll ebenso lustvoll veredelt wie seinerzeit Walzer und Polkas.

Bad Reichenhaller Philharmoniker
Dirigent: Daniel Spaw

Partner des Strauss Festivals

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